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Arctic Ocean Biodiversity

Zwei deutsche Voluntäre halfen bei ArcCoML und NaGISA. Hier berichten sie von ihren Erfahrungen.

Wir hatten die Möglichkeit, bei zwei Projekten als Freiwillige mithelfen zu dürfen. Bei NaGISA (Natural Geography in Shore Areas) sortierten wir Proben von Evertebraten aus verschiedenen küstennahen Tiefenzonen von der Südküste Alaskas. Das Interessante an diesem Projekt ist, dass es ein internationales ist, denn das Ziel von NaGISA ist, küstennah die marine Biodiversität von Makroalgen- und Seegras-Gemeinschaften weltweit zu erfassen. Wir lernten eine Menge über marine Zooglogie, speziell über Evertebraten. Dabei war es spannend, die Organismen nicht nur in Lehrbüchern zu sehen, sondern auch in “natura”. Wir entdeckten viele uns unbekannte Taxa, z.B. Sipunkuliden und Priapuliden (und eine enorme Kaffeeaufnahmefähigkeit von uns selbst). Schade war es, dass wir bei der Probensammlung im Feld nicht dabei sein konnten, denn die fand in den beiden vergangenen Sommern statt.

Bei dem anderen Projekt bearbeiteten wir Benthosproben, die während RUSALCA (Russian-American Long-term Census of the Arctic) gesammelt wurden, ein Projekt das zu dem Arctic Census of Marine Life beträgt und das wir (fast) von Anfang bis Ende mitverfolgen konnten. Der Arctic Census ist auch ein internationals Projekt, das zum Ziel hat, die marine Biodiversität des arktischen Meereises, des Planktons und des Benthos zu erfassen. Bei unserem RUSALCA Projekt ging es speziell zum einen um die Gemeinschaftsanalyse der bodenlebenden Epifauna, z.B. Schlangensterne, Krabben und Schnecken, und zum anderem um die Erfassung des Nahrungsnetzes auf dem arktischen Chukchi Schelf mit Hilfe stabiler Isotopenanalyse. Wir bereiteten Proben für diese Analyse vor. Die Methode ist sehr interessant und die Ökologie der Arktis ein spannendes Thema, auch im Hinblick auf den derzeitigen Klimawandel.

Warum ausgerechnet Alaska????

Dieses Land war schon immer ein Traum von uns: grandiose Natur, hohe Berge, putzige wilde Tiere, Polarlichter … Wir kamen viel umher und erlebten eine Menge. So waren wir an der Küste und im Denali Nationalpark, in den White Mountains, Hot Springs, Fairbanks, Anchorage … Besonders eindrucksvoll waren immer die Begegnungen mit freilebenden Tieren. Auf einer Bootstour schwamm eine Orcafamilie direkt an uns vorbei! Im Denali Nationalpark standen wir “Auge in Auge” mit Grizzlys, Elchen und Eichhörnchen.

Wir wollten im Herbst/Winter nach Alaska, weil uns diese Jahreszeiten am schönsten, typischsten und abenteuerlichsten erschienen und weil die Bären ja dann schlafen. Das Leben in einer richtigen Blockhütte (ohne fliessend Wasser und mit Outhouse) war am Anfang eine Umstellung, und man lernt dabei einiges zu schätzen. Später war es urgemütlich. Und einen Vorteil haben die Outhouses: man sieht die Polarlichter, wenn man nachts diesen Ort besuchen muss.

Sehr bemerkenswert war, dass einige Alaskaner wirklich in Blockhütten (wie Jack London) abseits der zerstreuten Städte tief in der Wildnis leben und wahrscheinlich einen Traum leben den Europäer nur “traeumen” können. Natürlich sollte man keine naïv romantische Vorstellung über das bestimmt sehr harte Leben haben. Wir haben die Alaskaner als sehr offene, gastfreundschaftliche und immer hilfsbereite Menschen kennen- und schätzen gelernt. Diesen Eindruck nahmen wir mit nach Hause. Unsere Träume: Götz: Von der Brooks Range zum Nordpolarmeer laufen; Melanie: Einmal über einen Wolf “stolpern”.

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